Fellwechsel im Spätjahr

Montag, 17. Juni 2019

Fellwechsel im Spätjahr

Mit zusätzlichen Tipps zur Regeneration

Gesund durch Herbst und Fellwechsel

- Was passiert jetzt im Körper?

Beim Fellwechsel werfen Pferde zwei Mal pro Jahr ihre Haare ab, um neuem, an die Bedingungen der Jahreszeit angepasstem Fell Platz zu machen. Dabei wird im Spätjahr das Sommerfell langsam von nachwachsenden neuen Haaren des Winterfells verdrängt. Dieser Vorgang ist ein echter Kraftakt für ein Pferd. Je gesünder es ist, je besser Stoffwechsel und Darm funktionieren, desto problemloser geht auch der Fellwechsel vor sich.

- Was tut dem Pferd gut?

Mit den ersten kühleren Nächten geht der Fellwechsel los. Da Pferde in dieser Zeit viele neue Haare bilden müssen, ist eine gute Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen oberste Priorität. Dazu kommt ein erhöhter Energiebedarf wegen der kühleren Temperaturen. Futteraufstockung ist angesagt. - Welche Nährstoffe werden vermehrt gebraucht?

Meist endet die Vegetationsphase von Wiesengras, wenn der herbstliche Fellwechsel an seinem Höhepunkt ist. Pferde nehmen vor allem durch dieses Wiesengras Omega-3 auf. Da es nun nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung steht, kann es zu einem Mangel kommen. Deshalb ist eine Ölfütterung mit Lein-, Borretschsamen-, Nachtkerzen- oder Hanföl sinnvoll.

Außerdem sollten bestimmte Nährstoffe vermehrt gefüttert werden. Hier ist vor allem Zink wichtig, denn dieses Spurenelement ist an der Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare, beteiligt. Neben Zink sind auch folgende Nährstoffe wichtig: Kupfer, Magnesium, Mangan, Selen und Vitamin E. Bei minderer Raufutterqualität kann auch die Gabe von Biotin und Folsäure sinnvoll sein.

Achten Sie immer darauf, während des Fellwechsels hochwertige Natur- und Nährstoffe zuzufüttern. Synthetische Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe oder Bindemittel, die sich häufig in Fertigfutter finden, wirken sich kontraproduktiv auf den Stoffwechsel aus.

- Was tun bei Fellwechsel-Problemen?

Probleme tauchen vor allem auf, wenn das Pferd wegen mangelnder Nährstoffe nicht in der Lage ist, das Winterfell zeitnah zu bilden. Dann kann es zu Infektionen und Störungen des Immunsystems kommen. Wichtig ist bei Problemen, auf die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen zu achten. Auch eine Leberentgiftung durch spezielle Kräutermischungen kann helfen. Verliert das Pferd sein Haarkleid nicht, ist es nötig, tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dann kann es nämlich sein, dass das Tier an einer Stoffwechselkrankheit leidet.

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Auch wichtig: Regeneration

Wir nutzen unsere Pferde vor allem im Sommer. Das macht durchaus Sinn, sind die Temperaturen doch meist angenehm und es ist lange hell. Die Sommerzeit ist außerdem die Zeit der Turniere, es wird viel trainiert und dann stehen immer wieder Wanderritte an. Diese hohe Aktivität stellt natürlich für den Pferdekörper eine Belastung dar – ausreichend Regeneration ist wichtig, auch nach dem Sommer. Zu viel Bewegung bzw. Training kann langfristig auch zu einem Übertraining führen.

- Wie funktioniert Regeneration?

Regeneration ist eine bewusste Erholungsphase, die den Pferden gegönnt wird, in denen sie wieder Kraft tanken können. Sie ist ein essentieller Teil jedes Trainings. Lässt man einem Pferd keine Zeit, sich zu regenerieren, leidet der Trainingseffekt. Langfristig kann es auch zu Übertraining kommen. Effektives Training ist nur möglich mit den richtigen Ruhepausen.

- Was stört die Regeneration?

Regeneration wird vor allem durch zu viel Training gestört. Heute sind viele Pferde übertrainiert. Das geht schneller, als man denkt. Wird ein Pferd jeden Tag so trainiert, dass es schwitzt, haben Bänder, Muskeln und Sehnen keine Gelegenheit mehr, sich zu regenerieren. Die Folge sind ein erhöhter Ruhepuls und einer verschlechtere Koordination. Viele übertrainierte Pferde verlieren auch Gewicht, manche sind müder oder zunehmend nervöser.

- Wie kann ich sie unterstützen?

Damit ein Pferd sich optimal regenerieren kann, braucht es zwei Dinge: zum einen Zeit, um sich zu erholen, und die richtigen Nährstoffe. Ein Pferd braucht, um effektiv zu regenerieren, vor allem Eiweiß. Das hilft den Muskeln, die durch Arbeit, Training oder Ausritte verlorenen Aminosäuren auszugleichen. Erhält ein Pferd hochwertiges Heu, sind die meisten für die Regeneration wichtigen Grundstoffe ausreichend vorhanden. Je nach Leistung macht es aber auch Sinn, hochwertiges Ergänzungs- und Kraftfutter zuzufüttern.